Anbaugebiete

Indien

 

Das größte zusammenhängende Tee-Anbaugebiet der Welt liegt in der feucht-heißen Hochebene von Assam. Es erstreckt sich über rund 600 Kilometer entlang des Flusses Brahmaputra, der die Landschaft stark prägt. Da hier die Wintermonate relativ mild sind, kann in dieser Region Nordindiens nahezu das ganze Jahr über Tee geerntet werden. Assam Tee zeichnet sich durch seinen vollmundigen, kräftig-malzigen Geschmack aus und ist eher dunkel.

 

Die Region Darjeeling ist eine Provinz im Nordosten Indiens. Sie liegt im unteren Himalaya, zwischen Nepal und Bhutan, in Höhenlagen zwischen 600 und 2.000 Metern. Erntezeit ist von März bis November. Gerade der Darjeeling verdankt sein Aroma und seinen Duft der Höhenlage und dem Klima, je nach Erntezeitpunkt fällt sein Geschmack sehr unterschiedlich aus. Man unterscheidet den „First Flush“, die erste Ernte Anfang März. Der Tee ist besonders aromatisch und etwas grünlich im Aufguss mit einem frischen und lebendigen Auftreten. Dann folgen die sog. „Inbetweens“ (Zwischenernten), die meist im heimischen Markt verbleiben. Ab ca. Ende Mai wird der „Second Flush“ (zweiter Blattaustrieb) geerntet. Zu dieser Zeit hat die Sonne schon wesentlich mehr Kraft und so erhalten diese Tees mehr Körper und Ausdruck. Ab ca. Ende Juni werden während der Regenzeit die sog. „Monsun- oder Regentees“ gepflückt, die sich durch einen eher herben Charakter auszeichnen. Den Abschluss bilden die sog. „Autumnals“ (Herbsttees). Sie sind gerbsäurearm mit herb-würzigem Aroma. Berühmt ist der Darjeeling bei uns jedoch für seinen feinen Geschmack und er zeichnet sich durch seine helle goldgelbe Farbe in der Tasse aus.

 

Nilgiri, das höchstgelegene Anbaugebiet (bis zu 2.500 m), findet man im Süden Indiens auf dem Hochplateau des Tamil Nadu Distrikts. Durch das warme Klima kann hier das ganze Jahr über geerntet werden. Die besten Qualitäten werden aber im Frühjahr sowie im Juli und August erzielt. Nilgiri Tees haben ein herb-fruchtiges Aroma und erinnern leicht an Ceylon Tees.

 

 

Weitere Anbaugebiete findet man im Norden des Landes. Dooars liegt im flachen Land zwischen Assam und Darjeeling sowie das benachbarte Sikkim.

 

 

Sri Lanka

 

Tee aus Sri Lanka kommt nach wie vor unter dem ehemaligen Landesnamen, als Ceylon-Tee, in den Handel. Rund um den heiligen Berg, den Adam’s Peak, wachsen die Ceylon-Tees in Höhenlagen zwischen 650 und 2.000 Metern. Am begehrtesten sind die so genannten Highgrown-Tees. Diese wachsen hauptsächlich im Südwesten der Insel. In dem kühlen Klima der Berge wächst die Pflanze langsamer, so dass die Blätter ein feineres und gleichzeitig intensiveres Aroma bekommen.

 

Zu den ältesten und wichtigsten Anbaugebieten gehört Dimbula. Die Teegärten liegen im Südwesten der Insel in einer Höhe von etwa 1.500 bis 1.800 Metern. Wälder und wilde Flussläufe prägen die Hügellandschaft von Uva. Die Teebüsche wachsen in diesem großen Anbaugebiet im Süd-Osten Sri Lankas überwiegend unter Schatten spendenden Bäumen. Zwischen Dimbula und Uva liegt das Hochplateau von Nuwara Eliya. Hier befinden sich die höchstgelegenen Teegärten der Insel. Üppig wachsende Zypressen und Eukalyptusbäume verbreiten einen einzigartigen Duft, der sich im Aroma des Tees wiederfindet. Östlich von Nuwara-Eliya und nördlich von Uva liegt das kleinere Gebiet Uda Pussellawa. Teegärten dieser Region ernten in der Regel zweimal im Jahr. Haupternte ist von Juli bis September.

 

Die Wiege der ceylonesischen Tee-Kultur liegt in Kandy. Die nördlichste Anbauregion Sri Lankas wurde nach der historischen Hauptstadt Ceylons benannt. Hier wächst der so genannte „mid country tea“, der wohl so genannt wird, weil die Teegärten von Kandy geografisch etwa in der Mitte der Insel liegen. Die besonderen Bodenverhältnisse in der südlichsten Teeregion Ruhuna sind verantwortlich für die relativ dunklen Teeblätter. Sie ergeben einen entsprechend dunklen Tee mit kräftigem Aroma.

 

 

China

 

In China, dem Geburtsland des Tees, wird bereits seit mindestens 1.800 Jahren Tee kommerziell angebaut. Hauptanbaugebiete sind hier die südlichen Regionen des Landes zu denen Zhejiang, Hubei und Yunnan zählen, aber auch, Sezuan, Anhui, Fujian und Hunan leisten einen großen Beitrag zur Teeproduktion des Landes. Die Tee-Ernte in China beginnt auf der Insel Hainan, dem südlichsten Anbaugebiet, bereits im März. In den anderen Provinzen erfolgen die ersten Pflückungen im April. Bis in den September hinein wird in China Tee geerntet. „Die besonders hochwertigen Tees kommen aus den hohen Bergen“, sagt ein altes chinesisches Sprichwort. Tatsächlich liegen aber die besten Anbaugebiete in den Bergen unterhalb von 1.800 Metern.

 

 

Indonesien

 

Eines der wichtigsten Anbaugebiete Indonesiens ist Sumatra. Sumatra-Tees zeichnen sich durch einen an leichtere Assams erinnernden Geschmack aus. Aber auch auf Java erstrecken sich die Teeplantagen über die Insel. Die Teesträucher wachsen auf den fruchtbaren Vulkanböden des Pengalengan-Plateaus. Auf Java wird dank des Klimas ganzjährig Tee mit jahreszeitlich wechselnden Qualitäten geerntet. Besonders hochwertig sind die Pflückungen während der Trockenzeit von Juli bis September.

 

 

Afrika

 

Die besten Tee-Sorten Afrikas wachsen in Kenia, was gleichzeitig das bedeutendste Anbauland Afrikas ist. Hier wird Tee hauptsächlich im Hochland, in Höhenlagen von 1.500 bis 2.000 Metern angebaut. Die klimatischen Besonderheiten ermöglichen eine ganzjährige Tee-Ernte. Sehr hoch ist der Ernteertrag in den Regenperioden von März bis Juni und von Oktober bis Dezember. Die Spitzentees werden dagegen in der Trockenzeit von Ende Dezember bis März geerntet. Neben Kenia gehören auch Malawi, Tansania, Zimbabwe, Ruanda und Südafrika zu den Tee-Anbauländern Afrikas.

 

 

Weitere

 

Neben den oben genannten Hauptproduzenten gehören auch die asiatischen Staaten Japan, Malaysia, Bangladesh, Nepal, Korea, Vietnam sowie die südamerikanischen Länder Argentinien, Brasilien, Chile, Peru und Ecuador zu den teeproduzierenden Ländern der Erde. Auch in Russland, der Ukraine und Georgien sowie der Türkei wird Tee angebaut sowie in Australien und Ozeanien, wo besonders Papua Neuguinea als Teeproduzent zu nennen ist.

Ernte

In den meisten Tee-Erzeugerländern werden fast ausschließlich die oberste Knospe und die zwei darauf folgenden jüngsten Blätter eines Triebes – „two leaves and a bud“ – gepflückt. In den Höhenlagen sind bis zu 15 und in Niederungen etwa 30 Pflückungen jährlich möglich, da der Tee in den höher gelegenen, kühleren Gebieten langsamer wächst.

 

Das Pflücken erfordert viel Sorgfalt und Geschicklichkeit und wird meist von Frauen durchgeführt. Eine Pflückerin erntet, abhängig von der Pflanzenart, etwa 16 - 24 kg grüne Blätter am Tag. Diese Menge ergibt ca. 4 - 6 kg fertigen Tee. Zwei bis drei Mal am Tag werden die Blätter in die Fabrik auf der Plantage gebracht, damit der Tee ganz frisch weiterverarbeitet werden kann. Die frischen grünen Blätter sind noch vollkommen neutral im Duft und müssen nun erst in der Teefabrik eine Reihe von Produktionsvorgängen durchlaufen, bis daraus aromatischer Tee entsteht.